HipHop-Tanzkurs für Nazirapper
Michael Klarmann berichtet in Telepolis (Rap hart den Heil den Hitler-Hop) und der taz (Rechts rappt sich in Szene)über N-Soundz, Rechtsextremisten aus NRW, die Rap-Musik mit “nationalrevolutionären Klängen” produzieren wollen.
Per Internet kündigt N-Soundz an, im Januar gratis einen “Demo-Sampler” online zu stellen mit dem Slogan “Rap ist nicht schwarz”.
häh? … N-Soundz, Sampler, Slogan? Da kratzt sich der Stolzdeutsche an der polierte Glatze und zwirbelt den dünnen Flaum auf der Oberlippe.
Für alle mitlesenden Nazi-Rapper Nationalen-Widerstands-Sprechgesangs-Künstler, die den obigen Satz aufgrund zahlreicher Anglizismen nicht verstehen werden:
Per Weltnetz kündigen die N-Klänge an im Januar gratis einen Demonstrations-Probepackung mit der Parole: “Sprechgesang ist nicht schwarz” im Weltnetz zu veröffentlichen.
snapup.net wurde darüber hinaus ein geheimes Schulungs-Video (klick aufs Bild) zugespielt (Dank einem Informanten aus Paris), indem grundlegende Verhaltensweisen beim Hören von Rapmusik (national korrekt: Sprechgesang-Musik) erklärt werden. Ob es sich bei dem Dozenten um ein hochrangiges NPD-Kader oder wiederum nur um einem BND-Agenten handelt ist noch nicht geklärt.
Zum nachdenken: Die Jüdische Allgemeine Zeitung schreibt in einem Artikel: Rap von Rechts. Im deutschen Hip-Hop hat Nationalismus Konjunktur (18.08.2005):
“[…] Seit einigen jahren schon zeichnet sich das Genre durch übersteigerte Gewaltphantasien, vulgärem Sexismus und aggressiver Homophobie aus. Von da zum nächsten Tabubruch, und sei es Auschwitz, ist der Weg nicht weit. Und die “Gesellschaft in der sie leben” ist zunehmend von neuem “unverkrampften” Nationalstolz gekennzeichnet, von der “jungen deutschen Mode”, die Kleider in den Nationalfarben schneidert, bis zu Musikern, die eine deutsche Radioquote fordern. Lässt man das Rap-typische Gewaltvokabular und Provokationsgehabe weg, ist kein großer Unterschied zwischen Fler und der Elektropopband MIA mit ihrem Liebeslied an Deutschland Was es ist “Fragt man mich jetzt woher ich komme tu ich mir nicht mehr selber leid/ich riskier was für die Liebe/ ich fühl mich bereit.” Flers Album hat in den Feuilletons für einige Aufgeregtheit gesorgt. Die verwandten Inhalte bei Mia wurden ignoriert. Fast scheint es, dass die Kritik nicht dem neuen Nationalismus in der Jugenkultur gilt, sondern seiner Artikulierung in der falschen Form. Ausgeblendet bleibt auch die Frage, ob Fler und Co nicht nur der deutlichste Audruck eines zunehmenden Nationalismus in der bundesdeutschen Kulturlandschaft insgesamt sind.”
Weitere Links:
- Laut.de: Fler: Stolz, deutsch und rechtsradikal?”
- Laut.de: Fler: Neue Deutsche Welle (CD-Kritik). Vernichtend, aber wahr.
- Süddeutsche: Musik als Politplattform. Rechts: auch nur ein Image?
- taz: Der Härteste im Kiez Der Berliner Rapper Fler spielt mit deutschen Symbolen. Ist er ein Rechtsradikaler?
- I Can’t Relax In Deutschland. Initiative, die sich mit dem in der letzten Zeit sowohl popkulturell als auch gesellschaftlich immer offensiver zu Tage tretenden Nationalismus auseinandersetzt.