Lesenswert: ‘Der Terrorist als Gesetzgeber’

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Wed, Sep 5th, 2007 at 2:08 | Posted in Politics, privacy
Hubert Prantl wrote an interesting article ('The terrorist as lawmaker') about how terrorists are gaining influence by provoking stricter laws (repression and total surveillance) as an answer to terrorist attacks. This leads to a state that is well known as the 'Big Brother', and will probably collaps in the future.

der Titel ist meines Wissens nach nicht der Biographie über Wolfgang “Knarren für alle” S. entliehen, sondern ist ein sehr gelungener Artikel von Heribert Prantl in der NZZ Folio 09/2007.

[…] Der Guerrillero besetzt das Land, der Terrorist besetzt das Denken. Die Terroristen sind nach dem 11. September nicht, wie befürchtet, in Atomkraftwerke und Wasserversorgungsanlagen eingedrungen; nicht dort haben sie Unheil angerichtet und Verderben über das Land gebracht. Sie tun es auf andere, subtil gefährliche Weise: Sie haben sich der Schaltzentralen der westlichen Demokratien bemächtigt; sie beherrschen die Apparate und Brain-Trusts, in denen Recht produziert wird; sie verseuchen den Geist der Gesetze. Überall, in Washington, London, Paris und Berlin, werden vergiftete Paragraphen und Gesetzesartikel produziert, rechtsstaatliche Prinzipien geopfert. […]

Auszug Hubert Prantl: Der Terrorist als Gesetzgeber

Der etwas längere Artikel ist auf jeden Fall lesenswert, auch wenn er im Prinzip nur das zusammenfasst, was jeder mit gesunden Menschenverstand bereits weiss:

Eine der von Al Quaida verbreitenden Absichten ist es, die feindlichen (Demokratischen) Staaten durch Terroranschläge dazu zwingen, sich mit Überwachung und Repression gegen den Terrorismus zu wehren. Da die eigenen Bürger, die Opfer der verstärkten Überwachung und Repression sind, sich (hoffentlich) gegen die Ausbreitung eines Überwachungsstaates wehren, sorgt der Staat damit für den eigenen Zusammenfall - etwas was den Terroristen aufgrund der asymmetrischen Kräfteverteilung niemals gelungen wäre.

Dieser Sachverhalt finden sich übrigens schon im Kriminologie 1×1:

[…] Daher bedarf der Terrorismus, um effektiv zu sein, einer hohen Publizität und kann somit nur dort ,erfolgreich’ sein, wo es eine ausgebaute Medienlandschaft gibt. Mit Hilfe der öffentlichen Wahrnehmung der Attentate möchten die Terroristen auf ihre Forderungen aufmerksam machen. Sie agieren nach dem Aktions-Repressions-Aktions-Schema, d. h. sie versuchen gezielt den Staat (oder die Gesellschaft) zu provozieren, um eine möglichst starke und grausame Gegenreaktion auszulösen, so dass die Terroristen dem Angegriffenen ,die Maske’ herunter reißen und sein ,wahres Gesicht’ zum Vorschein bringen können. Dadurch erwarten sie, neue Sympathisanten zu gewinnen, die den Kampf der Terroristen unterstützen und mit ihnen fortführen. […]

Auszug aus dem Kriminologie Lexikon Online zum Stichwort Terrorismus

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